spvg bavenhausen startseite
Chronik der Spielvereinigung Bavenhausen

In dem kleinen nordlippischen Windmühlendorf Bavenhausen entdeckte eine zunächst kleine Gruppe von Jungen ihre Liebe zum Fußballsport und wurde hierbei von dem sportbegeisterten Dorfschullehrer Hans Meerkötter tatkräftig unterstützt. Man erstand für 20.000.- (damalige Inflationswährung) den ersten Fußball. Dieser Ball hatte eine entscheidende Bedeutung für die Entwicklung der Spielvereinigung Bavenhausen, denn immer mehr junge Menschen schlossen sich dem Fußballsport an, und so war es nicht mehr weit, bis zur Gründung des Sportvereins.

Problematisch war es, ein geeignetes Gelände zur Schaffung eines Sportplatzes zu finden. Auf "Hankemeiers Wiese" in Waterloo wurden die ersten Spiele unter der Leitung von Heinrich Lengert und Wilhelm Luhmann ausgetragen. Als Tore dienten damals aus Latten zusammengezimmerte Gestelle ohne Tornetze. Eine kleine Theatergruppe des Vereins unter der Leitung des Malermeisters August Runksmeier half durch die Einnahmen aus ihren Vorführungen mit, die stets strapazierte Vereinskasse ein wenig aufzubessern. Der verdiente Lohn, von vieler harter Arbeit, für ihr Engagement um den Sport und den Verein blieb nicht aus. Immer größere sportliche Erfolge stellten sich ein, und so wurde die erste Fußballmannschaft in den Jahren von 1924 bis 1928 viermal nordlippischer Meister.

Der Sportplatz wurde von Waterloo auf den Bergkamp verlegt. Der Gutsbesitzer Frevert-Niedermein hatte dort ein entsprechendes Gelände zur Verfügung gestellt. Auf dem Sportplatz Bergkamp feierte 1925 der Sportverein sein erstes Sportfest. Aber auch diesen Platz mußte man schon bald wieder aufgeben, und so war man froh, als der Landwirt August Rieke dem Verein gestattete, hinter der Windmühle einen Sportplatz zu errichten. Dieser Sportplatz wurde durch die stolzen Erfolge des Vereins bald im ganzen Lipperland bekannt.

Nach dem Verbot des Arbeiter-Turn und Sportbundes mußte 1933 in der untersten Spielklasse neu begonnen werden. Schon in der ersten Serie 1933/34 wurde man Meister. In der Spielserie 1935/36 schaffte die Mannschaft ungeschlagen den Aufstieg in die 1. Kreisklasse Lippe. (Tore nach 14 Spielen 55:7) Die Sportbegeisterung war damals sehr groß, beim Punktspiel gegen Hohenhausen zählte man über 400 Zuschauer. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 wurde der Spielbetrieb noch bis zum Jahr 1941 aufrecht erhalten. Im Spieljahr 1940/41 waren in Lippe nur noch 17 Mannschaften gemeldet. Aus Nordlippe war nur Bavenhausen noch dabei. Bavenhausen spielte mit Lemgo, Bad Salzuflen, Leese, Lieme und Schötmar in einer Gruppe und wurde Meister vor dem BV-Lemgo.

Die Kriegsverhältnisse brachten den Spielbetrieb in der Zeit von 1941-1946 zum Erliegen. Der unselige Krieg riß schmerzliche Lücken auch in die Reihen der Spielvereinigung Bavenhausen. Mancher Sportkamerad kehrte nicht zurück.
Im Jahre 1946, es herrschte noch das von den Besatzungsmächten verhängte Versammlungsverbot in Deutschland, trafen sich die verbliebenen Sportkameraden in der Gastwirtschaft Hankemeier in Waterloo, um ihren Sportverein wieder ins Leben zu rufen. Ausgerechnet an jenem Tag wurde die Gastwirtschaft von einer Streife kontrolliert, und die anwesenden Sportkameraden aus Bavenhausen, Brosen und Lüerdissen mußten sich mit erhobenen Händen einer Leibesvisitation unterziehen, aber auch dieser Schreck konnte das Vorhaben der Männer nicht stören, der Verein wurde an jenem Abend wiedergegründet.
Auch die sportlichen Erfolge stellten sich wieder ein. Schon in der ersten Spielserie 1946/47 wurde die erste Mannschaft Vizemeister. Im Jahre 1947/48 gelang der Wiederaufstieg in die I. Fußball-Kreisklasse Lemgo.
Im Jahre 1949 vollzog sich ein Führungswechsel in der Spielvereinigung, die nunmehr bis zum Jahre 1955 von Gustav Rehme (Bullermann) geführt wurde. In diesen Jahren entstand der jetzige Sportplatz des Vereins, an dem von 1952 bis 1954 gebaut wurde.
Im Jahre 1955 trat dann August Begemann seine letzte Amtsperiode als erster Vorsitzender an. Zielstrebig wurde auf den Bau eines Sporthauses hingearbeitet. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, daß in den Jahren 1961/62 das schmucke Sporthaus entstand. Von den Spielern wurde dies immer wieder dankbar begrüßt, brauchte man nach Spielende doch nicht mehr bis ins Gasthaus Rieke zu gehen, um sich dort zu waschen und umzuziehen.

Das Jahr 1972 brachte noch mehr Positives.
Unter der Leitung und Betreuung von Karl Römer wurde am 30. August 1972 eine Tischtennisabteilung in der Spielvereinigung Bavenhausen gegründet. Sie stellt sicher eine Bereicherung der sportlichen Palette des Vereins dar. Zwei Seniorenmannschaften nahmen den Spielbetrieb in der 3. Kreisklasse auf. Immer mehr sportliche Erfolge und mehrere spielstarke Spieler in ihren Mannschaften sorgten für einen steten Leistungsanstieg und ein Aufstreben dieser Abteilung.
1974 feierte die Spielvereinigung ihr 50 Jähriges Vereinsjubiläum im Rahmen eines großen Sportfestes. Fritz Helmhold, Gustav Rehme, August Hankemeier, August Sundermann und Wilhelm Strate nahmen als Ehrenmitglieder und August Begemann als Ehrenvorsitzender an diesem Fest teil.

Im Jahre 1975 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung der Spielvereinigung. Klaus Gimpel trat nach neunjähriger Amtszeit zurück, zu seinem Nachfolger wurde Rolf Limberg gewählt.
Gesellschaftliche Veränderungen brachten es mit sich, dass neben den Sportarten Fußball und Tischtennis der Breitensport immer mehr an Bedeutung gewann. So gründete im Oktober 1975 unter der Leitung von Heike Andres eine Gymnastikgruppe. Sie fand so regen Zuspruch unter den Sportlerinnen im Verein, dass alsbald eine zweite Gruppe gebildet wurde.
Angespornt durch den Erfolg der Frauen wurden auch die Männer aktiv und gründeten im Jahre 1977 eine Gymnastikgruppe.
In der Zeit von 1970 bis 1985 war man bei den Nord-Ilse-Pokalturnieren mehr als erfolgreich. Die 1. Mannschaft konnte neunmal das Endspiel um diese begehrte Trophäe gewinnen. Hinzu kamen noch einige 2. Plätze. Nach den Siegen in den Endspielen 1970/1973/1975 und 1979/1980/1981 stehen nunmehr zwei dieser wertvollen Pokale im Trophäenschrank der Spielvereinigung Bavenhausen.

In der Zeit von 1980 bis 1981 führte Bruno Zierke den Verein als Vorsitzender. Ihm folgte 1982 Karl Römer, der von nun an als Vorsitzender der Spielvereinigung und als Leiter der Tisch-tennisabteilung die Geschicke des Vereins leitete
Da das Sporthaus mit den Jahren sanierungsbedürftig geworden war, und nach heutiger Sicht den Anforderungen der Spieler nicht mehr ganz gerecht wurde, beschlossen die Vereinsmitglieder im Jahr 1981, ein neues Sporthaus zu bauen. Nach Gesprächen mit der Feuerwehr Bavenhausen und der nunmehr neuen Gemeinde Kalletal wurde beschlossen, einen Neubau zu errichten. Es dauerte aber noch bis zum Jahr 1984, ehe mit dem Neubau des Sport- und Feuerwehrhauses begonnen werden konnte.
In der Saison 1986/87 gelang der 1. Tischtennismannschaft der Aufstieg in die Kreisliga, und das mit der makellosen Bilanz von 44 : 0 Punkten.

Nach einer Amtszeit von sieben Jahren übergab Karl Römer im Jahr 1989 den Vereinsvorsitz an Rainer Lengert.
1992 fiel der sportliche Tiefpunkt im Fußball. Die erste Mannschaft stieg nach 68 Jahren zum ersten Mal in die Kreisliga C ab.
In der Serie 1992/93 verpaßte die 1. Mannschaft nach einer glanzvollen Rückserie (25:1 Punkte) mit nur einem Punkt Rückstand den direkten Wiederaufstieg. In einer Relegationsrunde um einen zweiten Aufsteiger mußte sie sich leider auch mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen.
Das schönste Geschenk zum 70 jährigem Jubiläum kam von der I. Mannschaft. Sie schaffte unter Ihrem Trainer Frank Krieger den ersehnten Wiederaufstieg in die Kreisliga B, Gruppe 1 Im Jahre 1995 übergab Rainer Lengert auf der Mitgliederversammlung der Spielvereinigung den Vereinsvorsitz an Siegfried Schröder.

Zwei spielstarke I. Mannschaften schafften den Aufstieg, sicherlich einmalig in der Vereinsgeschichte.
Die I. TT Mannschaft der Spielvereinigung erreichte im zweiten Anlauf den Aufstieg in die Bezirksliga. An neutraler Platte in Herford mußte man zum entscheidenden Relegationsspiel gegen den TuS Bardüttingdorf antreten. Das Endergebnis lautete 9:7 für den SVB.
Der Festabend der Tischtennisabteilung, zum 25 jährigen, stand ganz im Zeichen des Erfolges, hatte man doch mit dem Aufstieg der I. Mannschaft in die Bezirksklasse sein höchstes Ziel in der 25 jährigen Vereinsgeschichte erreicht. Jahrelange Aufbauarbeit von Karl Römer, Hans Rehme und Uwe Römer, sowie die mit viel Augenmaß und großem Einsatz geprägte Leitung der Abteilung durch Karl Römer und die hervorragenden Leistungen aller Spieler machten diesen Erfolg möglich. Vier Mannschaften spielen heute sehr erfolgreich in ihren Klassen. Die grün und weißen Farben werden niemals untergehen.

Die Schilderungen der Vereinsgeschichte beruhen haupsächlich auf Aussagen von älteren Vereinsmitgliedern.
Wir Danken allen Mitglieder der SpVg Bavenhausen und hoffen auf weiteren Erfolg und Freude bei den Senioren wie auch in der Jugend.